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Die gelungene Symbiose von Tradition und Moderne

Neun historische Bürgerhäuser zu einem Hotelkomplex zu vereinen, ist fraglos eine besondere Herausforderung. Zwei Ziele standen dabei im Vordergrund: Der denkmalpflegerische Anspruch, die historischen, zum Teil sehr unterschiedlichen Fassaden instandzusetzen und deren Eigenständigkeit zu bewahren, und der Zusammenschluss der Gebäude zu einer funktionierenden Hotelanlage. Neben der Auseinandersetzung mit „Alt und Neu“ dominierte im gestalterischen Planungsprozess die Klärung der Frage: „Wie lässt sich die Eigenständigkeit der Gebäude bewahren und gleichzeitig die Verbindung zu einem Ganzen realisieren?“

Von den ursprünglich elf historischen Gebäuden wurden zwei abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Ein weiteres Gebäude wurde denkmalspflegerisch originalgetreu rekonstruiert. Den Altbauten fehlten z.T. Fundamente; Wände und Decken waren größtenteils nicht mehr tragfähig. Mit viel Liebe zum Detail ging man die Aufgabe an, die alte Substanz zu neuem Leben zu erwecken und dabei den denkmalpflegerischen Anforderungen im Hinblick auf Farbgebung und Material sowie dem Erhalt historischer Bauteile Rechnung zu tragen. Die Altbauten wurden komplett entkernt, sämtliche Holzbalkendecken aus schallschutz- und brandschutztechnischen Gründen durch Stahlbetondecken ersetzt. Da die Geschosshöhen der historischen Häuser sehr unterschiedlich sind, mussten Treppen und Rampen an den Übergängen zwischen den einzelnen Häusern angeordnet werden. Daraus ergibt sich zusammen mit den sich versetzenden Fluren der einzelnen Häuser eine interessante Wegeführung durch das Hotel. Trotzdem verliert man nicht den Überblick, denn bei der Anordnung der Aufzüge wurde darauf geachtet, dass es immer wieder einen Bezug zu den Innenhöfen und somit eine Orientierung im Gebäude gibt.

Vier Innenhöfe mit ganz unterschiedlichen Qualitäten ergeben sich durch zwei Verbindungsbauten und einen eingeschossigen Veranstaltungssaal im Innern der Hotelanlage. Die neuen, dezent elegant wirkenden Fassaden sind modern gestaltet, mit bodenbündigen, hellgrauen Holzfenstern und -türen in unterschiedlichen Breiten und mit zurückhaltenden Balkonen. Die unterschiedliche Profilierung der Fenster der einzelnen Altbauten wurde mit der Denkmalpflege abgestimmt. Auch die profilierten Sandsteinbalkone der historischen Gebäude bereiteten planerische Probleme. Aus statischen Gründen wurden sie durch neue Stahlbetonfertigteile nach historischem Vorbild ersetzt, die Konsolen blieben dagegen weitestgehend erhalten. Um heutige Vorschriften zu erfüllen, wurden die historischen Geländer in Abstimmung mit der Denkmalpflege in eine neue tragende Rahmenkonstruktion integriert.

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